anwaltliche Beratung und Vertretung

anwaltliche Beratung und Vertretung

Eine anwaltliche Beratung über die rechtlichen Möglichkeiten, Pflichten und Rechte im Falle einer Trennung und Scheidung sollte immer der erste Schritt sein. Neben Anwälten bieten auch verschiedene Vereine eine solche Beratung durch Fachanwältinnen für Familienrecht an, teilweise gegen eine geringe Gebühr oder Spende, teilweise gegen Eintritt und Entrichtung eines Mitgliedsbeitrags, in München beispielsweise Pro Familia oder die Vereine TuSch oder Siaf, beide bieten Beratung speziell für Frauen.

Wer eine Rechtsschutzversicherung hat, kann die Erstberatungsgebühr für das Gespräch mit der Rechtschutzversicherung abrechnen. Kaum eine Rechtschutzversicherung erstattet Gebühren darüber hinaus. Denn der Name „Familienrechtschutz“ rührt daher, dass die ganze Familie versichert ist, und heißt nicht, dass familienrechtliche Verfahren abgedeckt sind.

Wer ein geringes Einkommen hat, kann beim Amtsgericht einen Beratungsgutschein beantragen, der die Anwaltsgebühren abdeckt und lediglich eine Auslagenerstattung von € 10,00 voraussetzt.

Zuständig für alle Fragen im Zusammenhang mit Trennung und Scheidung sind Fachanwältinnen und Fachanwälte für Familienrecht. Sie haben einen Fachlehrgang mit Prüfungen absolviert und nachgewiesen, dass sie eine hohe Anzahl von Fällen in diesem Bereich bearbeitet haben.

Wenn eine Beratung oder auch Mediation nicht zu einer Einigung führt, ist eine anwaltliche Vertretung unumgänglich. Versierte Familienrechtsanwälte können häufig, wenn die Fronten zwischen den Eheleuten nicht völlig verhärtet sind, einen guten Kompromiss aushandeln. Nur wenn die Positionen zu gegensätzlich sind, muss ein Gerichtsverfahren eingeleitet werden.

Auch hierfür ist eine anwaltliche Vertretung unabdingbar, außer in Sorge- und Umgangsrechtsverfahren und in Gewaltschutzverfahren nach einem polizeilichen Kontaktverbot. In diesen Fällen kann jeder Elternteil den Antrag selbst an das Familiengericht schicken, oder sich an die Rechtsantragsstelle wenden.

Gibt es einen gemeinsamen Anwalt?

Ein Anwalt / eine Anwältin sind berufsrechtlich verpflichtet, die Interessen ihres Mandanten / ihrer Mandantin zu vertreten. Es ist deshalb nicht möglich, nicht nur die Partei zu vertreten, die den Scheidungsantrag stellt (das ist ohne Anwalt nicht möglich), sondern auch die Gegenpartei. Das ist als Parteiverrat unter Strafe gestellt, § 356 StGB.

Selbst eine gemeinsame Beratung stößt an ihre Grenzen, sobald sich in der Beratung herausstellt, dass die Eheleute unterschiedliche Vorstellungen über die Modalitäten ihrer Trennung und Scheidung haben. Dann muss die Beratung beendet werden, und beide Eheleute müssen andere Anwälte mandatieren, damit der beratende Anwalt die Verschwiegenheitsverpflichtung und das Verbot der Vertretung widerstreitender Interessen nicht verletzt (§ 43 a Bundesrechtsanwaltsordnung).

Allerdings kann in einem Scheidungsverfahren der Antragsgegner /die Antragsgegnerin dem Scheidungsantrag zustimmen, ohne anwaltlich vertreten zu sein. Das wird als "gemeinsamer Anwalt" verstanden, obwohl es kein gemeinsamer Anwalt ist.

Was ist eine Online-Scheidung?

Eine Online-Scheidung bedeutet, dass, wer sich scheiden lassen will, alle Unterlagen per E-Mail an den beauftragten Anwalt einreicht und dieser dann alles Notwendige in die Wege leitet. Nach dem Rechtsanwaltsvergütungsgesetz fallen für eine Online-Scheidung die gleichen Gebühren an, wie bei der direkten Beauftragung eines Anwalts in dessen Kanzlei. Der einzige Unterschied ist, dass die Scheidungsangelegenheit jemandem in die Hände gegeben wird, den man nicht persönlich kennen lernt, außer er kommt dann selbst zu dem gerichtlichen Schediungstermin. Findet aber der Termin nicht am Kanzleisitz des Online-Scheidungsanwalts statt, wird häufig ein ortsansässiger Kollege mit der Wahrnehmung des Schediungstermins beauftragt.

Trennungs- /Scheidungsvereinbarung

Will man verlässliche Regelungen treffen, muss mit Hilfe anwaltlicher Vertretung eine Trennungs- und Scheidungsvereinbarung formuliert werden, die alle Folgen der Trennung und/oder Scheidung regelt. Da manche rechtliche Regelungen der Beurkundung bedürfen, ist in der Regel zusätzlich eine notarielle Beurkundung für die Wirksamkeit der Vereinbarungen notwendig.

Will man nur sehr einfache Regelungen, wie beispielsweise gegenseitige Verzichtserklärungen, zu Papier bringen, kann auch auf anwaltliche Beratung verzichtet und direkt der Notar beauftragt werden.